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Hinweis auf den Schutzkreis der Bienen-Belegstelle

Die Bienenbegattung- ein diffizile Angelegenheit

In die Gemeinde Kreuth erstreckt sich der Schutzkreis der Belegstelle Pfaffenkopf. Der seit 1977 als Vereins- Belegstelle und seit 1991 als staatlich anerkannte Belegstelle mit der Nr. 2-12-3 wird vom Imkerverein Gmund Teg. Tal und Umgebung e.V. betrieben. Sie befindet sich zwischen Schinder und Risserkogel am Pfaffenkopf Bernau mit einen Schutzkreisradius von 7,5 km. Belegstelle, was ist das überhaupt? Eine Belegstelle nützen Königinnenzüchter, um ihre frisch geschlüpften Königinnen nach Reinzuchtbedingugen begatten zu lassen. Die Begattung der Bienen findet während des Hochzeitfluges in der Luft statt und ist somit außerhalb der Kontrolle des Züchters. Um unerwünschte Fremdbegattungen zu vermeiden, braucht es deshalb einen geschützten Radius, in dem keine anderen Bienen gehalten werden. Dieser Schutzkreisradius beträgt am Pfaffenkopf 7,5 km und ist staatlich anerkannt und geschützt.

Bei Bienen wird, genau wie in der Tierzucht, auf bestimmte Merkmale gezüchtet. Diese umfassen die Parameter Leistung, Sanftmut, Wabensitz, Vitalität und Gesundheit sowie seit einigen Jahren auch die Toleranz auf die Varroamilbe. Alle leistungsgeprüften Königinnen mit ihrem Volk werden in eine Zuchtwertschätzung eingetragen ( www.beebreed.eu ) und mit einer Merkmalsuntersuchung gekört.

Aus diesem Grund ist es für die Züchter von großer Bedeutung, dass die Königinnen auch von den dafür bereitgestellten Drohnenvölkern und deren Drohnen begattet werden. Die Begattung der Königinnen findet in ca. 25 Metern Höhe statt, wobei ca. 10-20 Drohnen eine Königin begatten. Diese trägt das Sperma für die Befruchtung ihrer Arbeiterinnen (Ei) ein Leben lang (3-4) Jahre in sich.

Auf der Belegstelle Pfaffenkopf liefern beispielsweise jährlich zwischen 30 und 45 Züchter 900-1300 Königen zur Begattung an. Ca.25 Geschwister-Vollvölker mit deren Drohnen sind dort aufgestellt. Züchter reisen mit ihren Begattungseinheiten (Minivölker mit der unbegatteten Königin) bis zu 200 km weit an, und lassen diese 14 Tage zum Hochzeitsflug aufgestellt.

Um Fehlbegattungen zu unterbinden, werden Belegstellen in abgelegenen Regionen positioniert, so dass durch den erforderlichen Radius kaum Imker eingeschränkt werden. Leider wurde letztes Jahr aber erstmals seit Bestehen der Belegstelle Pfaffenkopf (1977) eine Fehl-/Fremdbegattung von ca. 20 Prozent festgestellt, das heißt, dass „falsche Bienen“ im Schutzkreis unterwegs waren. Vermutet wird, dass auf den umliegenden Almen oder privaten Hütten Bienenvölker gehalten wurden.

Deshalb der Appell, dass es unbedingt erforderlich ist, die ausgewiesenen Schutzradien von fremden Bienenlinien/Rassen während der Begattungszeiten freizuhalten. Manch Bienenliebhabendem ist dies vielleicht gar nicht bewusst, dass sie Bienen in den staatlich geschützten Schutzkreis bringen. Der Schutzkreis der Belegstelle Pfaffenkopf geht von den Koordinaten Nord 47,62833 Ost 11,84000 7,5 km aus. Der Radius erreicht im groben, die Mautstelle Enterrottach, Trinis, streift die Ortschaft Kreuth, Langenau, Erzherzog-Johann-Klause,  Rotwand,  Spitzingsattel,  Brecherspitz,  Westerberg und  Kühzagel.  Das Einbringen von Bienenvölkern in den Schutzkreis kann mit einen Bußgeld bis zu 4.000 € geahndet werden.

Die Belegstellenleiter vom Pfaffenkopf Max Stoib bedankt sich für Ihre Unterstützung.